S-Tech: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Earth Lost Chronik
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Dieser Bereich schildert hauptsächlich die frühe Geschichte der Allianz S-Tech. Die jüngere Geschichte der Allianz sowie der Meta ist geprägt von den wirren des großen Krieges, daraus resultirernden Umstrukturierungen und vielem mehr.
  
 
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Version vom 14. August 2007, 19:43 Uhr

Allgemeines

S-Tech ist der Name der Allianz ST1 sowie der Metaallianz S-Tech.

Derzeitige Situation

Die S-Tech besteht derzeit aus ST1 (Siedler), IHF (Händler) und DW1 (Wächter). HarryKim (ST1) und Sornak (ST1) leiten die Allianz weitgehend. ChoMar mischt sich von der DW1 in die ALlianzführung ein. Leiter der DW1 ist Thedeathmetlar. Leiter der IHF LordNedar.

Geschichte

Dieser Bereich schildert hauptsächlich die frühe Geschichte der Allianz S-Tech. Die jüngere Geschichte der Allianz sowie der Meta ist geprägt von den wirren des großen Krieges, daraus resultirernden Umstrukturierungen und vielem mehr.

Es beginnt

Juni 2112 Schiffe verlassen den Planeten Erde. Tausende und abertausende von Flüchtlingstransportern fliehen vor der brachialen Angriffsmacht der extraterrestrischen Armada. Schiffe voller Menschen aller Nationen, Hautfarben und Religionen. Viele konnten gerade die Kleider auf ihren Leibern retten, andere klammern sich an einige wenige Habseligkeiten die sie auf die Schiffe schaffen konnten. ChoMar schiebt sich durch einen der völlig überfüllten Handelsriesen. Er blickt in bange Gesichter voller Zweifel und Ungewissheit, der Geruch von Angst liegt in der Luft. Kinder weinen und rufen nach ihren Eltern. Männer zeigen Fotos herum, auf der Suche nach ihren Angehörigen. „Nein“ schüttelt ChoMar bedauernd den Kopf „ich habe Ihre Familie nicht gesehen“. Sein Ziel ist eines der Fenster in der Nähe des Verzerrungsantriebs. Ein letzter Blick auf die verlorene Heimat. Mit zusammengekniffenen Augen blickt er auf den Planeten Erde, über der die Angreiferflotte wie eine riesige Insektenwolke liegt. Der Verzerrungsantrieb setzt donnernd ein und das Schiff beschleunigt auf Maximalgeschwindigkeit. Die kleiner werdende Erde im Blick, sinniert ChoMar über die Vergangenheit nach. Wieso war die menschliche Rasse nie in der Lage, friedlich zusammenzuleben? Wären in der Vergangenheit weniger Ressourcen für sinnlose Kriege vergeudet worden, wären die kreativen Kräfte weltweit gebündelt worden, hätte die Menschheit dann gegen diesen Feind bestehen können? Mit einem Ruck löst sich ChoMar vom Fenster, entschlossen nicht in Grüblereien zu versinken, sondern sich der Herausforderung zu stellen! Der Gedanke an das Potential eines offenen und toleranten Bündnisses lässt ihn nicht mehr los. Es muss einfach möglich sein, dieses Desaster für die menschliche Rasse als Neuanfang zu nutzen. Hierzu braucht er Gleichgesinnte, potentielle Verbündete. Sein Blick schweift prüfend über die weinenden, ängstlichen, zum Teil apathischen Gesichter um ihn herum und schwenkt dann in die Weiten des Weltraums, zu den anderen Flüchtlingsschiffen. Sollten dort ähnlich denkende Menschen sein, mit denen sich ein Neuanfang machen lässt? Sollten dort Partner zu finden sein, die das Wagnis eingehen und den Versuch einer toleranten und flexiblen Allianz mittragen würden?...

Der Grundstein

„Skorpion 1 an Handelsschiff, identifizieren Sie sich!“ dröhnt es über Com-Anlage auf die Brücke des Handelsriesen. ChoMar, mittlerweile zum Anführer der Flüchtlinge aufgestiegen, gibt die Flugkennung und Identifikationscodes durch und beobachtet misstrauisch die Noulonstaffel, die vor dem Handelsriesen in Stellung gegangen ist. „Wir haben über Funk von den Angriffen auf die Erde gehört. Leider waren wir auf Patrouille in der Marsregion und konnten in die Kämpfe nicht mehr eingreifen. Der letzte Funkspruch den wir auffingen, ordnete die Evakuierung der Erde an! Seither ist der Kontakt zur Funkleitstelle abgebrochen. Meine Männer sind entsprechend beunruhigt! Gibt es Neuigkeiten?“ ChoMar schildert die Kämpfe um die Erde, die vergeblichen Bemühungen der Erdstreitkräfte und die letztendliche Vernichtung des gesamten Planeten. Seine Worte führen auf Seite der Raumjägerpiloten zu lähmendem Entsetzen. In diese Stille hinein beschreibt er die Situation an Bord und seine Zukunftsvision von einer neuen Allianz. „Wie lautet Euer Name Skorpion 1?“ fragt er den Anführer der Jägerstaffel. „Harrykim“ schallt die Antwort aus der Com-Anlage. „Ihr seid sicherlich ein Mann der Tat. Eure Jägerbasis ist zerstört und unsere gemeinsame Heimat gibt es nicht mehr! Kommt mit uns und wir wagen einen gemeinsamen Neuanfang! Lasst uns unsere Kräfte bündeln und wir werden dieses Desaster meistern! Wie lautet Eure Antwort?“ Aus der Com-Anlage dringt nur Rauschen. ChoMar steht gespannt auf der Brücke des Handelsriesen. Wie würde die Antwort ausfallen? In der jetzigen Situation würde militärische Unterstützung ihre Überlebenschancen drastisch erhöhen. Die Sekunden schleppen sich nahezu endlos dahin. Dann erwacht die Anlage wieder zum Leben: „Einverstanden. Meine Piloten und ich schließen uns Euch an. Wir geben Euch Geleitschutz bis zum nächsten Planeten. Dann lasst uns Eure Pläne konkreter besprechen und in die Tat umsetzen! – An alle Piloten V-Formation einnehmen und die Zivilisten eskortieren. Bis auf weiteres herrscht absolute Funkstille! Wir haben eine neue Mission!“

DER GRUNDSTEIN DER S-TECH ALLIANZ WURDE GELEGT!

Erste Regierung

"Hier ist Maria Eleonor Goncalves della Rochas für GalaxyNetworks. Ich begrüße Sie zu unserer Sondersendung zur Regierungsbildung der STC Allianz. Heute wurde die Kabinettsbildung mit der Ernennung von MJ zur Kanzlerin abgeschlossen. Unsere Zuschauer stellen sich natürlich die Frage, was die nächsten politischen Schritte sein werden und was von dem Kabinett zu erwarten ist."

Die Kamera zeigt Ausschnitte der Pressekonferenz der STC und zoomt aus einer Einstellung, die den Sonderbotschafter ChoMar, den Oberkommandeur der Streitkräfte Harrykim und die neue Kanzlerin MJ vor einem Wald von Mikrofonen zeigt, auf das Gesicht der neuen Kanzlerin.

"Hierzu ein kleines Interview, das kurz vor dieser Sendung aufgezeichnet wurde."

MJ seufzt und stellt den Trideokanal ab. Sie rollt die schmerzenden Schultern, ohne jedoch die Verspannung lösen zu können, und tritt auf den Balkon Ihrer Privaträume im Hauptquartier des Planeten Einöde. Es hat begonnen zu regnen, die Dämmerung bricht über der Siedlerkolonie herein und langsam findet der Planet zur Ruhe. Mit Schaudern denkt sie an die vergangenen Stunden zurück. An Pressekonferenzen und Interviews wird sie sich so schnell nicht gewöhnen. Sie schließt die Augen, lauscht den fallenden Regentropfen und seufzt erneut. Das vergleichsweise einfache und sorglose Leben auf der Erde erscheint ihr mittlerweile unwirklich und fern. Die Verantwortung für diese Siedlerkolonie trägt sie schon lange. Schon auf dem Flüchtlingsschiff hatte sich abgezeichnet, wer den neuen Herausforderungen gewachsen sein könnte und wer nicht. Ihre Gedanken schweifen zurück zu den ersten mühsamen Schritten auf diesem Planeten, den Anfangsstreitigkeiten und der damit verbundenen, kräftezehrenden Schlichtungs- und Motivationsarbeit die sie leisten musste. Gut, diese Kolonie hatte sie in den Griff bekommen. Aber eine ganze Allianz? Das ist ein anderes Kaliber. Sie blickt hinauf in den Himmel. Hinter den Regenwolken sind die Sterne des Universums größtenteils nur zu erahnen. Dort draußen ist der Rest der menschlichen Rasse zerstreut, der Vernichtung nur knapp entflohen und schon wieder in neue Streitigkeiten und Kriege verwickelt. "Es wird einige Kraft kosten, die Allianz durch dieses Chaos zu führen", flüstert sie in den Regen.

"Herein!" reagiert sie auf die computermodulierte Stimme, die einen Besucher ankündigt. Ihr persönlicher Adjutant reißt sie aus ihren Grüblereien und führt sie zum Alltagsgeschäft zurück: "Verzeiht die Störung, Kanzlerin, aber ich denke Ihr solltet Euch diese Zahlen über die Erzproduktion ansehen. Hier gibt es Unstimmigkeiten mit der Buchhaltungsabteilung und ....".

Mit einem weiteren augenrollenden Seufzer und der sarkastischen Überlegung, ob sie wohl jemals wieder aus dem Seufzen herauskommen wird, bringt sie zunächst ihre Mimik unter Kontrolle, bevor sie in ihre Privaträume zurücktritt und sich ihrem Adjutanten zuwendet.

Die ersten Minister

"Und hier die aktuellen Kurse des Galaxy Board of Trade: Eisen stieg aufgrund der großen Nachfrage um 0,25 Punkte und ist damit nur noch knapp von der historischen Höchstmarke des letzten Jahres entfernt." Gotti steht auf der Brücke des Comerz I, einem gigantischen Handelsriesen von 100.000 Bruttoregistertonnen. Während er konzentriert die Kurse verfolgt, gibt er seinem Maklerteam knappe Anweisungen durch die Com-Anlage. Auf ein leises Hüsteln hinter seinem Rücken hin dreht er sich um. Ein Offiziersanwärter reicht ihm eine Liste mit neuen Rohstoffanforderungen der S-Tech. "Handelsmeister", salutiert der junge Mann "diese Nachricht für Euch ging gerade ein." Mit einem kurzen Blick nimmt Gotti die Zahlen auf und kalkuliert überschlägig die zu erwartenden Einkaufskosten. "Mist" knurrt er angesichts der errechneten Summe. "Kehrt bitte zurück zur Funkzentrale und fordert in meinem Namen vom Ratsvorsitz weitere Gelder an. Der Ratsvorsitzende ChoMar soll eine entsprechende Anfrage an die wohlhabenderen Allianzmitglieder und Bündnispartner schicken."

Seit seiner Ernennung zum Handelsmeister der S-Tech hätte er auch Tage mit der doppelten Stundenzahl mit Arbeit füllen können. Der wachsende Rohstoffbedarf der Allianz, insbesondere der weniger weit entwickelten jungen Mitglieder, forderte seine ständige Präsenz auf den Märkten. Durch seinen harten aber fairen Verhandlungsstil hatte er sich mittlerweile einen guten Ruf bei den Händlern und Allianzmitgliedern erworben.

"Ankunft an Zielkoordinaten", meldet sich das Navigationssystem und projiziert ein dreidimensionales Bild des Handelspostens auf die Brücke. Gotti blickt auf den imposanten Handelskomplex, der von rund einem Dutzend anderer Handelsschiffe umlagert ist: "Hoffentlich treffen die Finanzmittel zeitig ein, damit wir nicht zu viel Zeit auf dem Handelsposten verlieren. Kapitän, bitten Sie um Landeerlaubnis und landen Sie die Comerz I, wir treffen uns dann an der Ladebucht. Bis dahin habe ich den weiteren Flugplan der Flotte aktualisiert und die neuen Rohstoffanforderungen eingearbeitet."

Die Sternenflotte

Der stellvertretende Flottenkommandant S3thju steht auf der Brücke des Flagschiffs der S-Tech und blickt hinaus ins Weltall. Dort draußen ist die gesamte Allianzflotte versammelt, die Schiffe reihen sich zu tausenden. Raumjägerflotten sind neben Fregattenverbänden und Kreuzergeschwadern aufgestellt. Rohstoffsammler gruppieren sich mit Rettungsschiffen. S3thju trägt seine Galauniform, für den heutigen Tag ist die Aufstellung der Allianzflotte mit anschließender Parade zum Hauptplaneten der S-Tech angesagt.

S3thju schweift in Gedanken in die Vergangenheit. Die letzte Flotte, die er - in vergleichbarer Stärke - gesehen hat, war die Verteidigungsflotte der Erdstreitkräfte. Vor seinem inneren Auge zieht eine Vision von verglühten, im All treibenden Trümmern und ausgebrannten Schlachtschiffen auf. Er schüttelt energisch den Kopf. Nein, dies ist nicht unsere Zukunft! In den zurückliegenden Jahren hatte er - weiß Gott - genug Schlachten geschlagen. Die wenigsten davon endeten mit einer Niederlage. Nein, unsere Zukunft sieht anders aus!

"Gut, schalten Sie mich auf die Flottenkanäle", wendet er sich an den Kommunikationsoffizier. Auf den Großkampschiffen wird ein Hologramm des stellvertretenden Flottenadmirals in die Gefechtsstände projiziert, ebenso wird er auf den Trideoschirmen in den Aufenthaltsräumen der Großkampfschiffe sowie auf den Trids in den Cockpits der kleineren Schiffe gezeigt. Aus jedem Lautsprecher der Flotte ertönt seine Stimme.

"Soldaten der S-Tech, ich grüße Euch und heiße Euch willkommen in der neuen Flotte unserer Allianz. Jeder von Euch hat Verluste erlitten, hat Familie, Freunde und Heimat verloren. Hier haben wir uns eine neue Heimat geschaffen. Unsere neue Familie heißt S-Tech, unser Ziel ist eine gemeinsame Zukunft. Ich hoffe, dass diese Zukunft friedvoll und demokratisch auf diplomatischem Weg gestaltet werden kann. Doch dürfen wir nicht allein auf die Diplomatie vertrauen. So wie unsere Zivilbevölkerung das Rückgrat und den Körper der Allianz bildet und damit unverzichtbar ist, seid ihr als Schild und Schwert dieser Allianz unverzichtbar! Seid Euch dieser Verantwortung bewusst und tragt unsere Uniform mit Stolz!"

S3thju salutiert vor der Flotte und der Kommunikationsoffizier schaltet die Trideo-Übertragung ab. Als Antwort auf die Ansprache und die Ehrbezeugung schalten sämtliche Kampfschiffe zeitgleich ihre Positionslichter an. Das Weltall erstrahlt im Licht Millionen neuer Sterne.

Die Fusion

"Wir unterbrechen unser Programm für eine Sondermeldung und schalten live zum Hauptquartier der S-Tech." Sornak sitzt entspannt im O´Sullivans, genießt einen Campari-Orange und grinst zufrieden in Richtung des Trideoschirms. "Hier ist Maria Eleonor Goncalves della Rochas für GalaxyNetworks. Ich begrüße Sie zu dieser Sondersendung live aus dem STC-HQ. Die seit Tagen laufenden diplomatischen Verhandlungen zwischen der Allianz der Bauingenieure und der S-Tech scheinen zu einem Ergebnis gekommen zu sein. Sämtliche Bemühungen den Grund der Verhandlungen zu erfahren, scheiterten an den ungewöhnlich hohen Sicherheitsvorkehrungen. Die offizielle Aussage lautete lediglich: `Wir werden Sie zu gegebener Zeit informieren, derzeit ist eine Angabe über den Grund und den Stand der Verhandlungen nicht zweckdienlich´. Nun scheint Bewegung in die Sache zu kommen. Die Verhandlungsführer haben sich gerade getrennt und eine Pressekonferenz in wenigen Minuten angekündigt. Wir melden uns rechtzeitig zum Beginn der Pressekonferenz. Zurück ins Studio." GalaxyNetworks nutzt die vermutete hohe Einschaltquote, um eine Werbeunterbrechung zu schalten.

Sornak nimmt einen Schluck seines Longdrinks und denkt an die letzten Tage. Die Verhandlungen waren zeitaufwändig und wurden von beiden Seiten hart aber ergebnisorientiert geführt. Die zahllosen Besprechungen und Termine bis spät in die Nacht hinein waren jedoch letztendlich von Erfolg gekrönt gewesen. Seine Arbeit war erst einmal getan. Die Hauptaufgabe blieb jedoch noch unerledigt! Jetzt ging es darum, die neuen Mitglieder zu integrieren und eine echte Gemeinschaft zusammen zu schweißen. "Hier wird in erster Linie die Allianzführung, aber letztendlich jedes einzelne Mitglied gefordert sein", denkt sich Sornak.

GalaxyNetworks zeigt nun Bilder der Pressekonferenz. ChoMar, derMaler und Harrykim erklären den Grund der Verhandlungen und die beschlossenen Fusion der beiden Allianzen unter dem Dach der S-Tech. Die Schwebekamera schwenkt auf die Reporterin. "Wie Sie gehört haben, hat es eine Fusion der Allianzen gegeben! Dies kann mit Fug und Recht als kapitale Überraschung bezeichnet werden. Hier stellen sich natürlich zahlreiche Fragen. Wie sieht die weitere Strategie der S-Tech aus? Welche Auswirkungen ergeben sich auf bestehende Bündnisse und Handelsabkommen? Wird eine vollständige Integration gelingen oder werden die erhofften Synergieeffekte in verwaltungstechnischen Streitereien verpuffen? Wir von GalaxyNetworks werden die weitere Entwicklung für Sie verfolgen. Dies war Maria Eleonor Goncalves della Rochas für GalaxyNetworks."

Neue Regierungen

Harrykim erhebt sich stöhnend von der Kommunikationskonsole in der Kommandozentrale des STC-HQ, tief im Fels des Planeten und weit unterhalb der nächst höher gelegenen Ebene des Hauptquartiers. Er reibt sich die brennenden Augen und streckt sich.

Die letzten Tage liefen alles andere als befriedigend. Die ersten Wahlen der STC ergaben eine beschämend geringe Wahlbeteiligung. Harrykim übernahm die Allianzführung von ChoMar, der zumindest vorübergehend die Allianz verlassen hat. Zusätzlich zu seinen militärischen Verpflichtungen in der Allianz lag nun auch diese Verantwortung auf seinen Schultern. "Ich hoffe die neue Regierung spielt sich bald ein", denkt er sich und gähnt. In Gedanken geht er die neue Regierung Posten für Posten durch. "Lonestarr ist ein Gewinn für den militärischen Flügel der Allianz. Sethju wird sich als Kanzler ebenso wie sein Vizekanzler EgonB noch beweisen müssen. Die sollten das aber packen. Die Posten des Handelsministers und des Diplomaten bleiben bei den alten Amtsinhabern, hier sollte es keine größeren Startschwierigkeiten geben."

Die neue Regierung steht zwar, wird jedoch mit neuen und schwerwiegenden Problemen konfrontiert. Die Allianz befindet sich im Umbruch. Die ersten Mitglieder haben die Allianz verlassen, um ihren weiteren Weg auf eigene Verantwortung zu gehen. Einige verließen die Allianz in Freundschaft, andere ohne ein Wort der Begründung oder des Abschieds. In der allgemeinen Stimmungslage der Mitglieder bildeten sich erste Unterströme heraus, die von Unzufriedenheit und Unwohlsein geprägt waren. Neue Bündnisse wurden geschlossen, alte vertieft und die Kontakte intensiviert.

Harrykim gähnt erneut, geht grübelnd einige Schritte durch die Kommandozentrale und schaut auf die Uhr, es ist weit nach Mitternacht. "Es muss uns gelingen, die Führer der einzelnen Völker aktiver in die Allianzpolitik einzubinden. Die S-Tech ist als demokratische Allianz nur so stark wie der Zusammenhalt der einzelnen Mitglieder!" Mit neuem Elan kehrt er an Kommunikationskonsole zurück. "Computer, eine Com-Nachricht an Sornak aufzeichnen. Es gibt Arbeit."

Der Putsch

Sornak eilt durch die Korridore des STC-HQ. Es ist kurz vor Mitternacht. Harrykim hatte sich in seiner Nachricht an ihn nur nebulös geäußert. Es soll ein Treffen der aktiven Allianzführungskräfte stattfinden, in dem einige Dinge zur Struktur der Allianz besprochen werden sollen. "Warum findet das Treffen so spät statt?", grübelt Sornak und betritt einen Transportlift. "Unterste Ebene", wendet er sich an den Sprachcomputer. "Identifikationsnummer STC753897, Sprachmuster Sornak, Berechtigungscode Alpha936." Das Sicherheitssystem überprüft die Angaben und vergleicht Sprachmuster sowie die über Kabinenkamera aufgezeichneten Bilder, mit den in der Datenbank hinterlegten Eintragungen. Nach positiver Überprüfung setzt sich die Kabine in Bewegung.

Sornak rekapituliert die Entwicklungen der letzten Tage. Die Wahlen haben gezeigt, dass die Allianz derzeit über zu wenig Kräfte verfügt, die bereit sind Führungsrollen zu übernehmen. Sollte dies zum Thema der Besprechung werden? Die Liftkabine erreicht die unterste Ebene - tief im Fels des Planeten gelegen - und die Türen öffnen sich. Sornak steht vor einer massiven Schleusentür. Er legt seine rechte Hand auf den Scanner und einige Sekunden später öffnet sich das Schott. Sornak tritt in die Schleuse und das Eingangsschott schließt sich. Nach Überprüfung seiner Netzhautdaten an einem Retinascanner öffnet sich die letzte Tür und er betritt das Nervenzentrum der Allianz, die Kommandozentrale. Sofort wird er von schwerbewaffneten Sturmtruppen umringt und mit schussbereiten Plasmagewehren bedroht.

"Lasst ihn durch", winkt Harrykim aus dem Hintergrund, "er gehört zu uns." Sornak tritt mit gerunzelter Stirn an die Gefechtskonsole heran, wo neben Harrykim bereits Lonestarr, mikeestone und Hunter warten und ihn mit verschlossener Miene anblicken. Sornak nickt grüßend und betrachtet die Gefechtskonsole. Es wird ein dreidimensionales Bild des Regierungsplaneten projiziert, um den Planeten stehen zehntausende von Kriegsschiffen. Ruckartig hebt Sornak den Kopf und blickt zu Harrykim. "Ich denke, Du solltest ein paar Dinge erklären".

Harrykim atmet tief durch, "Wir werden die Befehlsstrukturen der Allianz ein wenig abändern und straffen!" Sornak blickt ihn ungläubig an, "Ein Militärputsch?". "Wenn Du es so bezeichnen willst, ja. Ich denke es ist notwendig, die Führungsebene auf die wirklich aktiven Mitglieder zu reduzieren. Dies würde die Kommunikation beschleunigen und die Allianz entscheidungsfähiger machen. Es ist derzeit so, dass fast alle Impulse zur Fortentwicklung der Allianz aus dem militärischen Lager kommen. Aus diesem Grund ist es unnötig, die bisherige Struktur beizubehalten. Ich möchte eine Neugliederung der Regierung unter dem Oberkommando des Militärs."

Sornak blickt in die Runde, "Seid Ihr auch dieser Meinung?". Die anderen nicken. "Ich bin noch nicht sehr lange in der Allianz", meldet sich Hunter zu Wort, "aber ich denke, dass Harrykim Recht hat. Letztendlich würde sich nicht viel ändern." "Dem kann ich nur zustimmen", schaltet sich Lonestarr ein. "Es werden eigentlich nur die derzeitigen tatsächlichen Gegebenheiten in feste Form gegossen."

Harrykim richtet seinen Blick wieder auf Sornak. "Was meinst Du dazu? Stimmst Du uns zu?". Sornaks Blick schweift ins Leere. Er denkt über die letzten Wahlen nach, die Schwierigkeiten überhaupt Kandidaten zu finden, die schlechte Wahlbeteiligung. "Ich habe schon auch den Eindruck, dass die meisten unserer Mitglieder weitestgehend damit zufrieden sind, unter dem Schutz unserer Allianz den Weltraum zu besiedeln. Die letzte Wahl war eine Farce! Da ist es vermutlich tatsächlich egal, wie die Struktur der Allianzführung aussieht." Er wendet sich wieder Harrykim zu, "Wie soll sich die Allianz dann weiterentwickeln? Kehren wir den demokratischen Prinzipien komplett den Rücken zu?" Harrykim lächelt, "Nein. Ich will weiter auf den Rückhalt der Mitglieder bauen, ich will keine Militärdiktatur! Jeder kann sich weiterhin konstruktiv einbringen und sich aktiv in der Allianz beteiligen. Allerdings wird es in absehbarer Zeit keine Wahlen mehr geben, es sind sowieso keine alternativen Führungskräfte vorhanden. Die Führungsebene wird reduziert und verschlankt. Der Posten des Kanzlers entfällt, das diplomatische Korps wird ebenfalls aufgelöst. Die Entscheidungen werden im militärischen Flügel getroffen und über diesen umgesetzt. Du selbst würdest den Posten des Militärattaché in meinem Stab bekommen und wärest damit Admiral in diplomatischer Mission. Die Strukturen laufen dann bei mir zusammen - was faktisch sowieso schon gegeben ist. Die Führungsriege bleibt allerdings nach unten offen und durchlässig. Jedes Mitglied hat weiter die Möglichkeit, sich zu beweisen und bei Interesse aktiv an der Allianzpolitik zu beteiligen." Harrykim macht eine Pause und trinkt einen Schluck Wasser. "Unterstützt Du unser Vorhaben, ja oder nein?"

Sornak nickt, "Okay, der Putsch muss allerdings unblutig ablaufen. Ich will keine Gewalt gegen die Zivilbevölkerung! Ich werde mich mit den - des Amtes enthobenen - Mitgliedern in Verbindung setzen. Die meisten Allianzmitglieder werden vermutlich keine Veränderung feststellen. Du hast Recht, letztendlich wird nur die tatsächlich praktizierte Regierungsstruktur offiziell bestätigt."

Die Verschwörer reichen sich die Hände und besiegeln ihren Pakt. Harrykim wendet sich an seine Mitstreiter: "Sendet Eure Truppen aus und sichert die zentralen Nervenpunkte des Planeten. Gebt die Anweisung, dass gegen die Zivilbevölkerung - wenn überhaupt - nur nichtletale Waffensysteme eingesetzt werden dürfen. Sollten sich einzelne Militärverbände widersetzen, werden sie umgehend neutralisiert!" Lonestarr, Sornak, mikeestone und Hunter begeben sich an eigene Kommunikationskonsolen, um den Anordnungen Folge zu leisten. "Leutnant", wendet sich Harrykim an den Kommandanten der anwesenden Sturmtruppen. "Riegelt die Kommandozentrale vollständig ab, bis diese Angelegenheit geregelt ist. Keiner - ich wiederhole keiner - darf sie bis dahin betreten oder verlassen."

Kehren Sie bitte auf Ihre Plätze zurück und legen Sie die Sicherheitsgurte an. Nehmen Sie eine aufrechte Sitzposition ein, wir beginnen den Landeanflug in wenigen Minuten.“ Sornak sitzt in einem Personenshuttle der Lufthansa-Aeroplanes. Wieder einmal liegen bewegte Zeiten hinter ihm. Die letzten Tage waren äußerst hart gewesen und nicht zum ersten Mal fragt er sich, wann die Situation außer Kontrolle geraten war.

Fehlschlag

Der Militärputsch war gescheitert. Der Widerstand der Bevölkerung und der anderen Allianzmitglieder war unerwartet heftig ausgefallen. Nach Tagen des zivilen Ungehorsams und nachdem sich die Rädelsführer des Putsches selbst untereinander zerstritten hatten, gaben die verbliebenen Anführer auf. „Oh Mann!“, seufzt Sornak. Es wurde eine Menge Porzellan zerschlagen und Vertrauen verspielt. Mit Unbehagen denkt er an die letzten Stunden auf seinem Heimatplaneten Gaya zurück. Er musste der Vollversammlung des Ältestenrats Rechenschaft über seine allianzpolitischen Entscheidungen ablegen und wurde nach der stundenlangen Aussprache nur äußerst knapp als Erster der Siedler von Gaya bestätigt. „Wie hat es nur so weit kommen können?“, murmelt Sornak und schüttelt müde den Kopf. Er reibt sich die übernächtigten Augen und gähnt.

In wenigen Minuten wird das Shuttle auf im Hauptquartier der S-Tech landen und er wird, möglicherweise zum letzten Mal, seine Amtsräume betreten. Zusätzlich zu dem gescheiterten Militärputsch hat auch die letzte Fusion viel böses Blut geschaffen und zum Austritt einiger Allianzmitglieder geführt. „Ich hoffe, dass die S-Tech diese Umbrüche übersteht und wieder in ruhigeres Fahrwasser kommt. Vielleicht ist es Zeit, von allen Ämtern zurückzutreten und anderen das Ruder zu übergeben?“ Sornak nickt der Flugbegleiterin zu, die das Shuttle abschreitet und sich mit prüfendem Blick vergewissert, dass sämtliche Passagiere angeschnallt sind. Er atmet tief durch und wartet auf das Einsetzen des Umkehrschubs, der den eigentlichen Landevorgang einleiten wird.